Kinder (be)greifen im Museumsgarten das Glück


NEUSATH BEI NABBURG. Mit einem Glücksgefühl im Gesicht führten die Kinder der Baugruppe bei der Vorstellung des „Mustergarten-Projekts“ im Oberpfälzer Freilandmuseum ihren selbstgeschreinerten Holzschemel und ihre Sitzbank vor. 23 Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule Pfreimd haben seit Dezember letzten Jahres das Gartenhandwerk gelernt: von der Planung bis zur Aussaat und zur ersten Ernte, von der die Gäste des Pressetermins die Früchte als leckeren Brotaufstrich verzehren konnten.

Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer sprach zu Recht vom mehrfachen Glück des Museums über sehr wissbegierige Kinder bis zum Zusammenfinden vieler Partner und Förderer, um das Projekt erfolgreich wachsen zu lassen: „Ein Glücksfall ist unsere Mitarbeiterin Bettina Kraus, die als gelernte Gärtnerin und studierte Historikern mit Kompetenz und Wissen die Begeisterung der Schüler geweckt hat.“ Als weiteren Glücksfall nannte Angerer den Rektor der Landgraf-Ulrich-Schule in Pfreimd, „der schon einen Namen hat, der so ähnlich wie glücklich klingt und dazu noch gesteigert ist, nämlich Seeliger“. Die Vermittlung von Sachwissen und sozialer Kompetenz sind auch für Schulrätin Renate Vettori und den Schulleiter die Schwerpunkte, wie der Lehrplan das Jahresprojekt Mustergarten abdeckt. „Von der Sozialkunde bis zu Sport und Bewegung steckt in diesem Projekt alles drin“, lobte der Schulleiter das Engagement seiner Sechsklässler.

Die Schüler lernen die  Saatgutvermehrung kennen und sie begreifen mit den Händen, dass die Menschen früher intensiv Selbstversorgung betreiben mussten, um zu überleben. Wer selbst gepflanzt, bewässert und die Pflanzen vor Unkraut und Ungeziefer geschützt hat, weiß auch den Wert gesunder Lebensmittel zu schätzen. Um so ein Projekt wachsen zu lassen, braucht es auch die Förderer: Allen voran der Bezirk Oberpfalz als Hausherr und Finanzgeber seines „Leuchtturms Freilandmuseum“, wie Bezirkstagsvizepräsident Volker Liedtke ausführte, aber auch der Raiffeisen-Förderverein, der seit Jahren Partner des Museums ist und an den Schulrektor eine Spende von 1.000 Euro übergab. Liedtke lobte die wertvolle pädagogische Arbeit, die mit dem Projekt und insgesamt im Museum geleistet wird. Der „Mustergarten in Neusath“ wird mit Unterstützung der Regierung der Oberpfalz aus Mitteln von „Umweltbildung.Bayern“ gefördert. Noch vor Projektabschluss hat das Projekt erste Wellen geschlagen: Im kommenden Jahr wollen die Förderschule Nabburg und die Mittelschule Pfreimd den Mustergarten als echtes Inklusionsprojekt weiterführen. Die Museumsakademie München hat Interesse angemeldet, die von der Projektleiterin Bettina Kraus erarbeiteten Inhalte als Fortbildung an andere Freilichtmuseen weiterzugeben. Und auch die Internationale Garten Ausstellung (IGA) in Berlin hat schon an die Tür des Freilandmuseums geklopft: Der Mustergarten ist unter den besten eingereichten Projekten nominiert für den „European Award for Ecological Gardening 2017“. Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer und ihre Mitstreiter werden das Projekt im Herbst auf der IGA im Wettbewerb vorstellen.


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