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Szenische Führungen


Szenische Führung  "Der venezianische Kaufmann" - Mit Niccolo di Venezia die Oberpfalz im Jahre 1536 bereisen

Im Oberpfälzer Freilandmuseum wird Geschichte lebendig.

Eine Zeitreise der ganz besonderen Art. Niccolo di Venezia ist auf der Durchreise nach Böhmen und lernt auf seinem Weg über Nabburg und durch die ländliche Region der Oberpfalz seine damaligen Bewohner kennen. An insgesamt fünf verschiedenen Schauplätzen wird die Geschichte der Oberpfalz lebendig und spürbar. Begeisterte Schauspieler lassen diese Führung zu einem Erlebnis werden. Eine Gästeführerin begleitet die Gruppe und informiert zwischen den einzelnen Szenen und Schauplätzen immer wieder über die Geschichte unserer Region.

Die Idee zu dieser Geschichte, die es als Führung in der historischen Altstadt Nabburgs sowie auch im Freilandmuseum gibt, hatten Frau Christa Haubelt-Schlosser und Frau Dr. Birgit Angerer. Für die szenischen Inhalte und die dargestellten Szenen ist Herr Gerald Igl verantwortlich. Schauspieler, Regisseur, Ideengeber und Gästeführer bilden ein hervorragendes Team, mit einer erfolgreichen szenischen Führung.

Aus dem Tagebuch des venezianischen Kaufmanns Niccolo di Venezia - Einleitung

Nachfolgende Tagebucheintragungen sind frei erfunden. Sie beinhalten die fiktive Reise des Kaufmanns Niccolo di Venezia von Italien über die Oberpfalz nach Böhmen, wie sie verlaufen sein könnte. Der erste Teil entwirft das Bild einer deutschen Stadt am Übergang vom Spätmittelalter in die frühe Neuzeit, Ort des Geschehens ist Nabburg. Der zweite Teil thematisiert das Landleben im Mittelalter und führt durch das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen.

Der Reisebericht geht auf das Jahr 1536 zurück.

„Viel Weiber sah ich Kräutlein sammeln und sie werden auch in den Kräutergärten angebaut.

Doctores und Wundärzte, wie wir sie in Venedig haben, sind hier zur Gänze unbekannt und so werden die Krankheiten hier mit göttlicher Fürbitt und Kräutlein behandelt.

Bald kam ich an eine Mühle, wie sie hier in der Gegend oft zu finden ist. Der Müller scheint bei den Bauern nicht in gutem Ansehen zu stehen. auch glauben die Leute, dass die MühleTeufelswerk sei. Am Ende eines langen Tages gelangte ich an ein Wirthaus. Der Stall machte einen unsauberen Eindruck, aber uns wurde versichert, dass ich ohne Sorge mein Pferd dort unterstellen könnte. Aus hölzernen Schüsseln mussten wir eine Suppe löffeln, in der ein paar abgenagte Rindsknochen, Bohnen und zerkochter Lauch schwammen.Dazu gab es steinhartes Brot, das gewiss bereits vor vier Wochen gebacken worden ist.“

Sind Sie neugierig geworden? Dann sollten Sie bei der nächsten Führung dabei sein.
 

Termine / Uhrzeit

18. Juni 2017
2. Juli 2017
15. August 2017

Beginn jeweils um 14 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden.

Die Führung kostet  für Erwachsene 10,00 Euro, ermäßigt 8,00 Euro.

Eine Anmeldung ist unter der Tel. 09433 2442-0 erforderlich.

Für Gruppen vereinbaren wir auch gerne Sondertermine.

Der Gruppenpreis inkl. Museumseintritt beträgt bis 25 Personen 220 Euro,  26 bis 30 Personen 240 Euro, von 31 bis max. 40 Personen je Person zusätzlich 8 Euro.

 


Führungen für Einzelpersonen in der Stadt Nabburg

Die Termine und nähere Informationen finden Sie hier.
 

   

 

 


 

 

Szenische Führung "Von Moosweibl, Drud und Bilmesschneider"

Mit Franz Xaver von Schönwerth die Sagen und Mythen der Oberpfalz erleben

Der Amberger Volkskundler Franz Xaver Schönwerth ist 1810 in Amberg geboren und starb 1886 in München.

Ab 1845 stand er als Privatsekretär im Dienst des Kronprinzen Maximilian und wurde nach dessen Thronbesteigung 1848 sein Kabinettschef. 1851 wurde er Regierungsrat. 1852 wechselte er als Ministerialrat ins bayerische Finanzministerium und wurde 1859 in den persönlichen Adelsstand erhoben.

Schönwerth erforschte zwischen 1852 und 1886 das Leben der Oberpfälzer Bevölkerung und zeichnete seine Beobachtungen auf. Zwischen 1857 und 1859 veröffentlichte er sein sein dreibändiges Werk unter dem Titel: „Aus der Oberpfalz – Sitten und Sagen“.

Zahlreiche genaue Beschreibungen der Bekleidung, Schilderung des Alltagslebens und der Brauchkultur geben einen umfassenden Einblick in das einfache Leben im 19. Jahrhundert.  Begebenheiten aus der Geschichte, Sagen von unheimlich bösen Mächten, von ungesühnten Morden, von erfolgreichen Verwünschungen, von Außenseitern. Trotz dieser Abgründe, Grausamkeiten und Tabus werden aber die Schönheit und der überquellende Reichtum der Oberpfälzer Mundart offenbar.

Gerald Igl aus Nabburg hat einige der unheimlichen Gestalten, die in Schönwerths Erzählungen vorkommen, in Szene gesetzt: „Moosweibl, Drud und Bilmesschneider“ ist der Titel der Schauspielführung, bei der die Sagen und Mythen durch engagierte Laienschauspielern lebendig werden. Wo passen diese Erzählungen auch besser hin, als in das Freilandmuseum, das verwunschene Wälder, unheimliche Scheunen und andere sagenhafte Orte zu bieten hat, wo Drud, Bilmesschneider und Holzfräulein ihr Unwesen treiben können.

Auszüge aus zwei Handlungen

 

Szene alte Hochzeitsbräuche -  Schönwerth trifft auf die Denkenbäuerin

 

Denkenbäuerin:

Na ja ich glaub’, dass die Vroni schon die Richtige is für unsern Franz. Sie wird bestimmt einmal a ordentliche Hausfrau, sagt er. Des hat er schon bei der Kaasprob’ g’sehn.

Schönwerth:  Bei der Käseprobe?

Denkenbäuerin:

Des kennt’s Ihr wohl net, was? – Des hat unser Großvater immer erzählt: Wenn a Bursch sein Moidl des erste Mal ausführt, dann lasst er ihr ein Stückl Kaas bringen und schnei’dt’n ihr auf, ohne das er’n ooschobert [abschabt]. Wenn jetzt des Moidl den Kaas feinsäuberlich ooschobert – so wie die Vroni dann wird’s bestimmt aa a ordentliche Hausfrau. Schneidt’s die Rind’n ganz weg, dann kannst davon ausgehn, dass sie a recht a Verschwenderische is. Na ja, und wenn’s aa den Dreck mit isst, dann kannst Dir ja selber denken -dann geht’s am End’ so aus wie in der G’schicht mit der Roum.

Schönwerth:

Die Geschichte mit der Rübe…?

Zwischenszene: Der Oberpfälzer und die Erdäpfel

Schönwerth:

Da schaut’s einmal: Nicht umsonst heißt die Oberpfalz in München auch „Erdäpfelpfalz“. Unsere Oberpfälzer Bauern sind halt schon ziemlich bald – am Anfang vom 18. Jahrhundert dahinter kommen, dass die Erdäpfel gut wachsen auf ihrem kargen Boden – viel früher als die Preußen. Na ja, und irgendwie san die Erdäpfel ja auch ein bissel so wie die Menschen in der Oberpfalz selber: Genügsam, auf den ersten Blick ein bissel unscheinbar und das Beste findet man erst unter der Schale.

Man sagt ja auch, dass viele Oberpfälzer deswegen so groß gewachsen sind, weil sie so viele Erdäpfel essen. (lacht) Wie der Goberl Hans aus Kaimling: Der war Soldat beim königlichen Infanterieregiment und fast zwei Meter groß. Wie seine Majestät den amal g’sehn hat und g’hört hat, woher er kommt, hat er g’sagt: „Was? Gibt’s in der Erdäpfelpfalz so große Männer“. Da hat der Goberl Hans g’sagt: „Seine Majestät, im Boden treiben die Erdäpfel fleißig nach unten und im Menschen treiben’s halt nach oben.“ Ja, ja, was wär’n die Oberpfälzer ohne ihre Erdäpfel…

 

Sind Sie neugierig geworden? Dann sollten Sie bei der nächsten Führung dabei sein.

 

Termine / Uhrzeit

9. April 2017
30. April 2017
23. Juli 2017
         

Beginn jeweils um 14 Uhr, Dauer ca. 1,5 Stunden.

Die Führung inklusive Museumseintritt kostet für Erwachsene 10,00 Euro, ermäßigt 8,00 Euro.

Eine Anmeldung ist unter der Tel. 09433 2442-0 erforderlich.

Für Gruppen vereinbaren wir auch gerne Sondertermine.

Der Gruppenpreis inkl. Museumseintritt beträgt bis 25 Personen 220 Euro,  26 bis 30 Personen 240 Euro, von 31 bis max. 40 Personen je Person zusätzlich 8 Euro.

 

   

 Infos zum Download
 Links
 Kontakt
  • Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen, Museumsverwaltung
    Neusath 200
    92507 Nabburg
    Tel.: 09433 2442-0 
    Fax: 09433 2442-3222